Malaien-Sumpfschildkröte, Malayemys subtrijuga, – © Hans-Jürgen Bidmon

Ihlow - 2016 - 01

Ihlow, F., M. Vamberger, M. Flecks, T. Hartmann, M. Cota, S. makchai, P. Meewattana, J. E. Dawson, L. Kheng, D. Rödder & U. Fritz (2016): Integrative taxonomy of southeast Asian snail-eating turtles (Geoemydidae: Malayemys) reveals a new species and mitochondrial introgression. – PLoS One 11(4): e0153108.

Die integrative Taxonomie der südostasiatischen schneckenfressenden Süßwasserschildkröten (Geoemydidae: Malaemys) zeigt eine neue Art auf und liefert Belege für die mitochondriale Introgression.

DOI: 10.1371/journal.pone.0153108 ➚

Malaien-Sumpfschildkröte, Malayemys subtrijuga, – © Hans-Jürgen Bidmon
Malaien-Sumpfschildkröte,
Malayemys subtrijuga,
© Hans-Jürgen Bidmon

Die integrative Taxonomie der südostasiatischen schneckenfressenden Süßwasserschildkröten (Geoemydidae: Malaemys) zeigt eine neue Art auf und liefert Belege für die mitochondriale Introgression.
Auf der Basis der integrativen Taxonomie untersuchten wir die Differenzierung der südostasiatischen schneckenfressenden Schildkröten wobei wir Informationen von 1863 bp der mitochondrialen DNS, 12 Mikrosatelliten-Loci, die Morphologie und ein korrelatives Artverbreitungsmodell nutzten. Unsere Analysen zeigen drei genetisch distinkte Gruppen die eine begrenzte mitochondriale Introgression innerhalb einer der Gruppen aufweisen. Alle drei Gruppen zeigen distinkte nukleäre Gene und besitzen eine distinkte Morphologie. Zwei dieser Gruppen stimmen mit den zwei früher schon anerkannten Arten Malayemys macrocephala (Chao Phraya Becken) und M. subtrijuga (Unteres Mekong-Becken) überein. Die dritte und genetisch am meisten abweichende Gruppe stammt aus dem Khorat-Becken die eine neue bislang unentdeckte Art darstellt die wir hier beschreiben. Obwohl die Gattung Malayemys einem intensiven Handel unterliegt und für religiöse Zwecke verwendet wird zeigte sich, dass nur einige wenige Schildkröten wahrscheinlich durch den Menschen umgesiedelt worden waren. Die historischen Fluktuationen innerhalb des potentiellen Verbreitungsgebiets wurden mit den Spezies-Verbreitungsmodellen (SDMs) überprüft. Die letzte eiszeitliche Maximumprojektion (LGM) der Vorhersagemodelle (SDMs) liefert Hinweise für zwei distinkte eiszeitliche Verbreitungsgebiete was nahelegt, dass die Aufspaltung von M. macrocephala und M. subtrijuga allopatrisch erfolgte und durch pleistozäne Klimaschwankungen bedingt wurde. Nur die Projektion die sich aus dem Globalen Zirkulationsmodell MIROC ergab zeigte auch das distinkte dritte eiszeitliche Verbreitungsgebiet für die neu entdeckte Spezies der Gattung Malayemys.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Siehe auch Kommentar zu Poulakakis et al. (2015).

Literatur

Poulakakis N., D. L. Edwards, Y. Chiari, R. C. Garrick, M. A. Russello, E. Benavides, G. J. Watkins-Colwell, S. Glaberman, W. Tapia, J. P. Gibbs, L. J. Cayot & A. Caccone (2015): Description of a New Galapagos Giant Tortoise Species (Chelonoidis; Testudines: Testudinidae) from Cerro Fatal on Santa Cruz Island. – PLoS One 10(10): e0138779 oder Abstract-Archiv.

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