Indische Dachschildkröte, Pangshura tecta, – © Hans-Jürgen Bidmon
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Sharnappa - 2026 - 01

Sharnappa, Mogalekar Havagiappa, Devagy Pratap Singh, Ritu Kumari, Divyanshu Dutt & Mukesh Kumar Singh (2026): Habitat partitioning and environmental drivers of two turtles (Lissemys punctata and Pangshura tecta) in a transboundary Himalayan river Gandak, India. – Environmental Monitoring and Assessment 198(2): 181.

Die Habitataufteilung und umweltbedingten Ursachen dafür für zwei Wasserschildkröten (Lissemys punctata und Pangshura tecta) in einem grenzüberschreitenden Himalayafluss Gandak, Indien.

DOI: 10.1007/s10661-026-15035-4 ➚

Indische Klappen-Weichschildkröte, Lissemys punctata, – © Hans-Jürgen Bidmon
Indische Klappen-Weichschildkröte,
Lissemys punctata,
© Hans-Jürgen Bidmon

Süßwasserschildkröten sind ökologisch unverzichtbar, jedoch durch den Verlust ihres Lebensraums bedroht. Diese Studie am grenzüberschreitenden Gandak-Fluss in Indien untersuchte, wie hydrologische und physikalisch-chemische Faktoren die Verbreitung, Begegnungshäufigkeit und das Wachstum von zwei Schildkrötenarten, Lissemys punctata und Pangshura tecta, beeinflussen. Im Rahmen einer saisonalen Untersuchung wurden Umweltvariablen und Schildkröten an vier Standorten beobachtet. Anhand morphometrischer Daten wurden Länge-Gewicht-Verhältnisse (LWR) ermittelt und Konditionsfaktoren berechnet. Die Hauptkomponentenanalyse (PCA) identifizierte wichtige Umweltgradienten, die mit den Begegnungsraten der Arten korrelierten. Die Studie erfasste 69 Individuen (L. beobachtet: P. tecta wurde ausschließlich in kleineren, von Kieselsteinen dominierten Nebenflüssen gefunden, während L. punctata an allen Standorten vorkam, aber häufiger im Hauptflusskanal anzutreffen war. Die Begegnungsraten beider Arten erreichten im Winter ihren Höhepunkt, mit einer signifikanten positiven Korrelation (r = 0,482, p = 0,017) mit der PCA-Komponente 2, die stabile, klare Winterbedingungen (hohe Transparenz, hoher pH-Wert, niedrige Temperatur/Strömung) repräsentierte. Während des Höhepunkts des Monsuns, einer Zeit mit starken hydrologischen Störungen, wurden keine Schildkröten gefangen oder beobachtet. Der LWR zeigte bei beiden Arten ein negatives allometrisches Wachstum (L. punctata: b = 2,608; P. tecta: b = 2,392). Die Konditionsfaktoren (Kn ≈ 1,0) deuteten auf Körpergewichte hin, die mit den für diesen Lebensraum vorhergesagten Werten übereinstimmten. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Erhaltung der Lebensraumheterogenität und der natürlichen Strömungsverhältnisse für den Schutz dieser Schildkröten im artenreichen, grenzüberschreitenden Gandak-Flusssystem.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese Arbeit adressiert wieder ein altbekanntes Problem nämlich die Warnung vor den Auswirkungen von Flussverändernden Maßnahmen die dazu beitragen die Lebensräume bedrohter Arten zu verändern. Nach einer ausführlichen Einleitung liefert die Arbeit gute Habitatbeschreibungen für die beiden Arten, wobei P. tecta klar kleinere bewaldete Zuflüsse (Bäche) mit sandigen und steinigen Untergrund bevorzugt wo sie auch bevorzugt auf Holz oder Steinen ihre Sonnenbäder nehmen. L. punctata bevorzugt eher den Hauptstrom mit auch niedrigerer Fließgeschwindigkeit. Beide Arten sind während der Regenzeit relativ inaktiv und kaum auszumachen, wohingegen sie im Winter bei klarerem Wasser besser nachzuweisen sind.

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