Dreizehen-Dosenschildkröte, Terrapene carolina triunguis, – © R. Dwayne Elmore
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Guan - 2024 - 01

Guan, Jimmy, Gustavo A. Ramírez, Curtis Eng & Brian Oakley (2024): Microbiome resilience of three-toed box turtles (Terrapene carolina triunguis) in response to rising temperatures. – Frontiers in Veterinary Science 11: 1276436.

Die Mikrobiom-Resilienz von Dreizehen-Dosenschildkröten (Terrapene carolina triunguis) als Reaktion auf steigende Temperaturen.

DOI: 10.3389/fvets.2024.1276436 ➚

Dreizehen-Dosenschildkröte, Terrapene carolina triunguis, – © R. Dwayne Elmore
Dreizehen-Dosenschildkröte,
Terrapene carolina triunguis,
© R. Dwayne Elmore

Das gastrointestinale (GI) Mikrobiom von Schildkröten (Testudinata) spielt eine wichtige Rolle für ihren Stoffwechsel, ihre Ernährung und ihre allgemeine Gesundheit, aber das GI-Mikrobiom von Dreizehen-Dosenschildkröten (Terrapene carolina triunguis) muss noch charakterisiert werden. Wie das GI-Mikrobiom auf schnell steigende Umgebungstemperaturen reagiert, wurde bei Ektothermen, insbesondere bei Schildkröten, ebenfalls noch nicht umfassend untersucht. In dieser Studie wurden zwanzig (20) T. c. triunguis in Kontroll- und Versuchsgruppen aufgeteilt. Die Versuchsgruppe wurde alle zwei Wochen einer Temperaturerhöhung von 4,5 °C ausgesetzt, während die Kontrollgruppe während des gesamten Experiments bei einer konstanten Umgebungstemperatur (24 °C) blieb. Vor jeder Temperaturerhöhung wurden bei allen Schildkröten Kloakenabstriche abgenommen. Diese Proben wurden einer DNA-Extraktion unterzogen, gefolgt von einer 16S-rRNA-Gensequenzierung und einer Analyse der mikrobiellen Gemeinschaft. Die Unterschiede in der Diversität auf Gemeinschaftsebene in den Kontrollgruppen im Vergleich zu den Versuchsgruppen waren statistisch nicht signifikant, was auf die Widerstandsfähigkeit des Mikrobioms gegenüber schnellen Temperaturänderungen bei T. c. triunguis hindeutet, obwohl einige unterschiedlich häufige Abstammungslinien identifiziert wurden. Interessanterweise war eine Amplikon-Sequenzvariante, die zu Erysipelothrix spp. gehört, im Vergleich zu den Kontrollgruppen ausschließlich in der Gruppe mit der höchsten Temperatur angereichert. Insgesamt deutet unsere Arbeit darauf hin, dass schnelle Temperaturschwankungen im Mikrobiom von T. c. triunguis, die im gemäßigten Nordamerika heimisch sind, möglicherweise eine angeborene Robustheit aufweisen. Trotz dieser Widerstandsfähigkeit war Erysipelothrix spp. bei der höchsten Temperatur angereichert. Die phylogenetische Analyse dieser Amplikonvariante zeigte, dass es sich um einen nahen Verwandten von Erysipelothrix rhusiopathiae handelt, einem zoonotisch bedeutsamen Krankheitserreger, der sowohl mit Wild- als auch mit Nutztieren in Verbindung gebracht wird.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Bei dieser Studie könnte sich erstmals andeuten, dass bei durch den Klimawandel induzierten Temperaturanstiegen sich auch bei wechselwarmen Spezies Krankheitserreger ausbreiten, die wir bislang nur von homoiothermen Vögeln und Säugern kennen, die ja mit wenigen Ausnahmen immer konstant höhere Körpertemperaturen aufweisen.

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