Dornrand-Weichschildkröte, Apalone spinifera, ein Tier vom Yellowstone und die Crew – © Kayhan Ostovar
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Massey - 2025 - 01

Massey, Andrhea D., John D. Willson & Brett A. DeGregorio (2025): Freshwater turtle assemblages and densities in agricultural ditches and aquaculture ponds of eastern Arkansas. – Chelonian Conservation and Biology 24(2): 247-259.

Wasserschildkrötenansammlungen und deren Häufigkeit in landwirtschaftlich genutzten Gräben und Aquakulturteichen im östlichen Arkansas.

DOI: 10.2744/CCB-1657 ➚

Dornrand-Weichschildkröte, Apalone spinifera, – © Kayhan Ostovar
Dornrand-Weichschildkröte,
Apalone spinifera,
ein Tier vom Yellowstone
und die Crew
© Kayhan Ostovar

Die Mississippi-Auenebene (MAP) von Arkansas ist eine Landschaft, in der viele Feuchtgebiete für die Nutzung als Aquakulturteiche oder landwirtschaftliche Gräben verändert wurden. Die kommerzielle Ernte von Süßwasserschildkröten innerhalb der MAP ist nicht eingeschränkt oder begrenzt, wobei allein für 2019 mehr als 4.000 Stachelrandweichschildkröten (Apalone spinifera) und 39.000 Rotwangen-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) gemeldet wurden. Hier versuchen wir, grundlegende Schätzungen zur Dichte und Zusammensetzung der Süßwasserschildkrötenpopulationen in Aquakulturteichen und landwirtschaftlichen Gräben im Osten von Arkansas zu liefern, den Lebensraumtypen, in denen kommerzielle Fänger am häufigsten Schildkröten fangen. Wir haben über drei Sommer (2019–2021) eine Fang-Markierungs-Wiederfangstudie verwendet, um die Populationsdichte und Zusammensetzung der Süßwasserschildkrötenpopulationen in diesen anthropogenen aquatischen Lebensräumen zu bewerten. Wir haben > 4.000 Individuen von 9 Schildkrötenarten gefangen. Eine Art, die Rotwangen-Schmuckschildkröte, dominierte die Schildkrötengemeinschaft in beiden anthropogenen aquatischen Lebensräumen und machte 66 % (± 22 % SD) aller Fänge in landwirtschaftlichen Gräben und 63 % (± 32 % SD) in Aquakulturteichen aus. Die Vielfalt und die Vorkommenshäufigkeit unterschieden sich nicht zwischen Aquakulturteichen und landwirtschaftlichen Gräben. Wir schätzten die Dichte der beiden am häufigsten gefangenen Arten, der Rotwangen-Schmuckschildkröte und der Stachelrand-Weichschildkröte. Die Dichte der Rotwangen-Schmuckschildkröten reichte von 0 Schildkröten/Flächeneinheit (lineare Kilometer in Gräben oder Hektar in Teichen) bis zu 500 Schildkröten/Flächeneinheit, mit einem Median von 37 Schildkröten/Flächeneinheit. Die Stachelrand-Weichschildkröte wurde häufiger in Teichen als in Gräben gefangen und erreichte eine durchschnittliche Dichte von 25 (± 19) Schildkröten/ha bzw. 7 (± 4) Schildkröten/linearen km. Unsere geschätzten Durchschnittsdichten lagen unter denen in der Literatur, einschließlich Schätzungen aus ähnlichen Lebensräumen wie städtischen Gräben und Farmteichen, die unseren Untersuchungsgebieten in Struktur, Nutzung und geografischer Lage ähneln. Wir schätzen, dass die Region 22.317 ha Aquakulturteiche und 18.350 lineare km landwirtschaftliche Gräben umfasst. Durch Extrapolation unserer Dichteschätzungen auf jeden anthropogenen aquatischen Lebensraumtyp schätzten wir, dass 2 Millionen Rotwangen-Schmuckschildkröten und 427.000 Stachelrand-Seichschildkröten in Aquakulturteichen und landwirtschaftlichen Gräben im Osten von Arkansas vorkommen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese veränderten Feuchtgebiete nur wenigen als Generalisten zu bezeichnenden Schildkrötenarten einen reichhaltigen Lebensraum bieten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Neben den oben erwähnten Schildkrötenarten wurden zudem die Schnappschildkröte, Chelydra serpentina, die Mississippi-Schlammschildkröte, Kinosternon subrubrum hippocrepis; die Moschusschildkröte, Sternotherus odoratus, die Südliche Zierschildkröte, Chrysemys dorsalis, die Mississippi- Landkartenschildkröte, Graptemys pseudogeographica, die Östliche Hieroglyphenschmuckschildkröte, Pseudemys concinna concinna und die Geierschildkröte, Macrochelys temminckii gefunden. Da, bis auf die Geierschildkröte wohl alle anderen Arten auch für Zuchtfarmen oder direkt für den Export gefangen werden, wäre es doch mal ein Anfang zu schauen wo auf der Welt Abstammungspopulationen aus Arkansas als invasiv sich schon etabliert haben oder mit welchen Populationsintrogressionsereignissen die als invasiv geltenden Populationen sich bis heute schon rekrutiert haben (siehe Bidmon, 2024; 2025; Beak et al., 2023 und die dort zitierte Literatur).

Literatur

Baek, H.-J., S. Cho, M. Seok, J.-S. Shin & D.-I. Kim (2023): Domestic Reutilization Status of Invasive Turtle Species in South Korea Based on Trachemys scripta. – Diversity 15(8): 885 oder Abstract-Archiv.

Bidmon, H.-J. (2024): Commercially assisted migration – Invasive species and their future in a globalized world: A perspective – Artikel-Archiv.

Bidmon, H.-J. (2025): Water castles, monasteries and castle ruins between the Niers and Erft rivers and their chelonians, as well as the presumed first evidence of Mauremys leprosa in the Rhineland region: A brief report. - Artikel-Archiv.

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