Gong, Shiping, Uwe Fritz, Melita Vamberger, Yangchun Gao & Balázs Farkas (2022): Disentangling the Pelodiscus axenaria complex, with the description of a new Chinese species and neotype designation for P. axenaria (Zhou, Zhang & Fang, 1991). – Zootaxa 5125(2): 131-143.
Die Entflechtung des Pelodiscus axenaria-Komplex, mit der Beschreibung einer neuen chinesischen Art und eine Neotyp Zuweisung für P. axenaria (Zhou, Zang & Fang, 1991).
DOI: 10.11646/zootaxa.5125.2.2 ➚
Wir beschreiben eine neue Art aus dem Pelodiscus axenaria-Komplex aus den Provinzen Hunan und Jiangxi in China. Außerdem wird die Anwendung des Namens P. axenaria (Zhou, Zhang & Fang, 1991) durch die Benennung eines Neotyps für diese Art geklärt. Abgesehen von ihrer genetischen Divergenz unterscheidet sich die neue Art von allen anderen Pelodiscus-Arten, einschließlich der beiden anderen Taxa, die den Komplex bilden (P. axenaria, P. huangshanensis), durch die folgende Kombination morphologischer Merkmale: (1) geringe Größe der erwachsenen Tiere, 15 cm Panzerlänge; (2) Panzer deutlich gekielt, mehr oder weniger stark höckerig, normalerweise olivfarben und mit grünlich-schwarzer Marmorierung verziert; (3) Plastron gelblich-weiß, normalerweise makellos, mit Ausnahme eines Flecks mit unscharfen Rändern hinter jeder Achselhöhle, der nicht bis zum Entoplastron reicht, und einer leichten schwarzen Verfärbung entlang des vorderen Randes; (4) Unterseite des ledrigen Randes des Panzers mit unterschiedlicher dunkler Pigmentierung; (5) Kopf oliv-tonfarben mit zahlreichen schwarzen Flecken; (6) Kinn graubraun mit blassen Punkten , Kehle dunkelgrau, fein schwarz gefleckt; (7) Hals mit einem breiten gelben Seitenband, das sich vom Trommelfell nach hinten erstreckt und mit zunehmendem Alter verblasst; (8) Entoplastron bumerangförmig, der Querbalken zwischen den beiden posteriolateral gerichteten Ästen ist um 90 Grad gebogen.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Diese Arbeit verweist einmal mehr auf lokale Umweltanpassungen die sich auch auf die Artenbildung (Speziation) auswirken (Inman et al., 2019). Allerdings muss man sich trotzdem überlegen, ab wann man von einer neuen Art sprechen kann, denn solche umweltgesteuerten Anpassungen können auch innerhalb ein und derselben Art auftreten und einzelne Populationen innerhalb eines größeren Verbreitungsgebietes charakterisieren. Außerdem verweist diese Studie auf Gene, die besonders für das Überleben in trockneren Lebensräumen wichtig sind und diese sind sehr wahrscheinlich jene, die eine Anpassungsleistung in Bezug auf zunehmende Dürren einhergehend mit dem Klimawandel steuern würden. Siehe auch Lovich et al. (2023).
Literatur
Inman, R., A. S. Fotheringham, J. Franklin, T. Esque, T. Edwards & K. Nussear (2019): Local niche differences predict genotype associations in sister taxa of desert tortoise. – Diversity and Distributions 25(8): 1194-1209 oder Abstract-Archiv.
Lovich, J. E., M. S. R. Puffer, K. L. Cummings, T. R. Arundel, M. S. Vamstad & K. D. Brundige (2023): High female desert tortoise mortality in the western Sonoran Desert during California’s epic 2012–2016 drought. – Endangered Species Research 50: 1-16 oder Abstract-Archiv.