Zhao - 2007 - 01

Zhao, Z., Y. Teng, H. Liu, X. Lin, K. Wang, Y. Jiang & H. Chen (2007): Characterization of a late gene encoding for MCP in soft-shelled turtle iridovirus (STIV). – Virus Research 129(2): 135-144.

Die Charakterisierung eines spät exprimierten Gens für MCP beim Iridovirus der Weichschildkröten.

DOI: 10.1016/j.virusres.2007.07.002 ➚

Das Major Caspid Protein (MCP) ist die Hauptstrukturkomponente von Viruspartikeln und ist bislang für die Identifizierung und Klassifizierung vermuteter neuer Iridoviren wichtig. In dieser Arbeit identifizierten und charakterisierten wir erstmals die komplette Sequenz des MCP-Gens, eines Iridovirus aus Weichschildkröten (soft shell turtle Iridovirus; STIV). Das MCP, das als ein spätes Transkript mittels der Pharmakainhibition klassifiziert wurde, kodiert für ein 463 Aminosäure umfassendes Protein mit einem vorhergesagten Molekulargewicht von 50kDa. Indirekte Immunofluoreszens (IIF) und Virusneutralisationsassays wurden entwickelt, um die Sensitivität des Virus und die Virus-neutralisierende Aktivität eines MCP-spezifischen Antiserums zu bestimmen. Zusätzlich wurde das zeitliche MCP-Expressionsmuster während einer STIV-Infektion mit Westernblot und dem RT-PCR-Assay charakterisiert. Diese Ergebnisse zeigten, dass STIV als ein Mitglied der Ranaviren innerhalb der Familie der Iridoviridae anzusehen ist und dass STIV ein Zelltyp spezifisches Programm der viralen Genexpression zeigt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch hier wieder ein schönes Beispiel für die beiden Seiten einer Medaille, während die wirtschaftliche Nutzung und Ausbeutung der Schildkröten in China zu beklagen ist, so führen doch gerade diese wirtschaftlichen Interessen dazu, dass veterinärmedizinische Forschung betrieben wird. Denn die Identifizierung dieser Viren ist der erste Schritt zur Entwicklung von Medikamenten oder Impfstoffen. So laut wir auch hierzulande als Liebhaber debattieren würden und so viel auch darüber bei den Tagungen der Amphibien und Reptilientierärzte diskutiert werden mag, solche Forschungsansätze hat es hier kaum gegeben und wenn, sind sie heillos unterfinanziert oder gedeihen nur durch die Zusammenarbeit mit einigen amerikanischen Wissenschaftlern (dort wird auch gefarmt!). Insofern vielleicht der normale Verlauf einer Entwicklung einer Nutzung von Schildkröten durch den Menschen, wie wir es aus der Geschichte unserer Nutztiere kennen. Denn die Medikamente für unsere Haustiere sind wohl auch ursprünglich durch den notwendigen Einsatz bei der lukrativeren Massentierhaltung entwickelt worden als deshalb, weil „Lieschen Müller“ etwas zur Gesundung ihres Kanarienvogels brauchte. Insofern vielleicht eine Entwicklung, die sich dann bezahlt macht, wenn wir die hochgepäppelten, vielleicht von Inzucht gezeichneten Erhaltungspopulationen seltenster Spezies auf lange Sicht in beengten Anlagen managen wollen oder müssen. Siehe auch: Yang et al. (2007).

Literatur

Yang, Z., H. Pan & H. Sun (2007): The immune response and protective efficacy of oral alginate microparticle Aeromonas sobria vaccine in soft-shelled turtles (Trionyx sinensis). – Veterinary Immunology and Immunopathology 119(3-4): 299-302 oder Abstract-Archiv