Nikolić - 2020 - 01

Nikolić, M., J. Cvetković, D. Stojadinović & J. Crnobrnja-Isailović (2020): Macro- and microhabitat preferences of eastern Hermann’s tortoise (Testudo hermanni boettgeri). – Amphibia-Reptilia 41(3): 313-322.

Makro- und Mikrohabitatpräferenzen der östlichen Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri).

DOI: 10.1163/15685381-20201267 ➚

Griechische Landschildkröte, Testudo hermanni boettgeri, – © Hans-Jürgen Bidmon
Griechische Landschildkröte,
Testudo hermanni boettgeri,
© Hans-Jürgen Bidmon

Hier wurden die Makro- und Mikrohabitatpräferenzen von Testudo hermanni boettgeri, der östlichen Unterart der Griechischen Landschildkröte mit einem für die westliche Unterart entwickelten aber hier modifizierten Methodenrepertoire untersucht, welches insbesondere den Schutz der Habitatheterogenität (Verschiedenheit) in den Vordergrund stellt. Das Studienziel bestand darin die Vorzugshabitate für die östliche Unterart von T. hermanni zu charkterisieren. Die Untersuchung fand im gleichen Jahr an vier Lokalitäten im östlichen und südöstlichen Serbien statt. Die Bestimmung des Makrohabitats wurde anhand eines von 0 bis 5 reichenden Skalierungssystems bestimmt, welches auf der Beurteilung der Pflanzendecke basierte (Bedeckung mit: krautigen Pflanzen; Büschen oder Bäumen) und zwar innerhalb einer vier Quadratmeter großen Fläche um den Fundort einer jeden Schildkröte. Die Mikrohabitatpräferenz wurde bestimmt indem wir die Pflanzenart die der aufgefundenen Schildkröte am nächsten war bestimmten und registrierten. Die Pflanzen wurden anschließend in sechs Gruppen eingeteilt: 1. aromatische Arten, 2. Brombeeren (Kratzbeeren), 3. Kräuter, 4. bedornte Sträucher, 5. Bäume und 6. unbedornte Büsche. Der X2-Test wurde dazu benutzt einen Vergleich zwischen der zu erwartenden und der empirisch (tatsächlich) vorgefundenen Habitatpräferenz durchzuführen. Die Ergebnisse zeigten und bestätigten, dass die attraktivsten Makrohabitate für die östliche Griechische Landschildkröte die Teile des Balkans sind wo Weideflächen, offene mit Sträuchern bewachsene Flächen die benachbart zu dichten Waldflächen liegen sich abwechseln. Wobei letztere insbesondere für die wärmsten Monate des Jahres wichtig sind. Letztere Befunde decken sich mit jenen aus früheren Erhebungen aus dem mediterranen Teil des ehemaligen Jugoslawiens. Die attraktivsten Mikrohabitate zeichneten sich durch mit Kräutern bewachsene Flächen aus, gefolgt von Brombeergebüsch.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier beschreiben die Autoren eine schon vielfach beschriebene und diskutierte Erkenntnis, deshalb siehe dazu die Kommentare zu Anadon et al., (2006); Berardo et al., (2015), Del Vecchio et al., (2011) oder Golubovic et al., (2019).

Literatur

Anadon, J. D., A. Gimenez, I. Perez, M. Martinez & M. A. Esteve (2006): Habitat selection by the spur-thighed tortoise Testudo graeca in a multisuccessional landscape: Implications for habitat management. – Biodiversity and Conservation 15(7): 2287-2299 oder Abstract-Archiv.

Berardo F., M. L. Carranza, L. Frate, A. Stanisci & A. Loy (2015): Seasonal habitat preference by the flagship species Testudo hermanni: Implications for the conservation of coastal dunes. – Comptes Rendus Biologies 338(5): 343-350 oder Abstract-Archiv.

Del Vecchio, S., R. L. Burke, L. Rugiero, M. Capula & L. Luiselli (2011): The turtle is in the details: microhabitat choice by Testudo hermanni is based on microscale plant distribution. – Animal Biology 61(3): 249-261 oder Abstract-Archiv.

Golubović, A., L. Tomović, M. Nikolić, S. Nikolić, M. Anđelković, D. Arsovski, V. Iković, S. Gvozdenović & M. Popović (2919): Distribution of Hermann’s tortoise across Serbia with implications for conservation. – Archives of Biological Sciences 71(3):509-516 oder Abstract-Archiv.

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